Veranstaltungen
Magdeburg sicher gemacht
Die Veranstaltung Festungsstadt hat am 15.12.08 um 18:00 Uhr stattgefunden
und wurde von Partner: RPJ organisiert.
Es ging um die Vergangenheit Magdeburgs.
Wer genau hinsieht, kann sie noch erkennen. Hier und da ragen sie aus dichtem Gestrüpp hervor, stehen stur und fest wie schon vor 350 Jahren: Die Magdeburger Festungsmauern. Im Dreißigjährigen Krieg zerstört und anschließend wieder aufgebaut, machten sie Magdeburg erneut zu einer Festungsstadt. Besuchern wird nun bei einer interaktiven Führung ermöglicht, mehr über die Entstehung und Funktion der Festungsmauern zu erfahren.
Dokumentation
Nach der fast vollständigen Zerstörung Magdeburgs 1631 wurden viele Teile der Stadt wieder neu errichtet. Um sich vor weiteren Angriffen zu schützen und die Stadt besser zu bewachen, damit in Zukunft ein solches Ausmaß verhindert werden kann, überlegte sich Hasselbach die Festungsstadt Magdeburg in seinen Grenzen zu verbessern und zu erweitern.
Der Ring Politischer Jugend (RPJ) begrüßte die Besucher sehr eindrucksvoll mit Fackeln und Kostümen aus dem 19. Jahrhundert, so dass sich jeder schon vor Beginn der Veranstaltung in die Zeit um 1800 zurückversetzt fühlte. Im Mittelpunkt des Abends stand ein interessanter Vortrag des Vorsitzenden des Festungsvereins, Dr. Bernhard May. Im ehemaligen Kavalier VI der Festungsanlage Magdeburg, in dem unser Themenabend stattfand, erzählte er von der Funktion des Kavaliers und der Lebenssituation in Magdeburg vor 150 Jahren. In einer sehr interessanten Art und Weise schilderte er uns die Situation um 1875 und warum die Notwendigkeit bestand, die zu derzeit bestehenden Festungsgrenzen und Schutzwälle zu erweitern bzw. zu verändern. Magdeburg litt in dieser Zeit sehr an Platzmangel. Es lebten ca. 600 Menschen/ha. Heute sind es ca. 40/ha. Also musste man sich dringend überlegen, wie man die Stadt am Besten erweitern und Platz schaffen kann. Herr May erzählte uns, dass es nicht nur an Wohnunterkünften mangelte, sondern dass auch die Leute vom Militär, die Magdeburg vor Übergriffen von Preußen schützen sollten, keinen Platz zum Leben hatten.
Daraufhin wurde die Kaserne Mark errichtet und in das Kavalier VI eine Kaserne hineingebaut (1869). Nach dem außerordentlich lehrreichen und unterhaltsamen Vortrag lud uns Herr May auf eine kleine Besichtigung eines weiteren Teils des Westflügels im Kavalier ein. Alle Teilnehmer folgten gespannt dieser Einladung in die 2.Etage des Gebäudes. Trotz dass die Innenräume seit 1875 nicht mehr so vorzufinden sind wie damals, konnte man sich gut vorstellen, wie die Soldaten zu der Zeit mit ca. 60 Leuten in einem Gewölbe hier gelebt hatten. Die Umgebung des fast dunklen Gewölbes in der 2. Etage unterstrich die Atmosphäre und versetzte die Teilnehmer mehr und mehr in die (Dramatik der) Situation um 1875.
Nach dem kleinen Rundgang, der auf Grund von Bauarbeiten nicht durch alle Teile der Kaserne führen konnte, eröffneten die Mitglieder des RPJ das von ihnen sehr aufwendig vorbereitete Buffet. Alle Besucher aßen gemeinsam, tauschten Eindrücke vom Vortrag und vom Rundgang aus und ließen den gelungenen Abend zusammen ausklingen.